Praktische Ausbildung

redaktionelle Verantwortung: ETOS-StudentInnen  -  letzte Aktualisierung: 26.10.2015

Praktische Ausbildung im Studium für Ergotherapie

 

Die praktische Ausbildung findet, mit Ausnahme von kurzen Hospitationspraktika, im dritten Ausbildungsjahr statt.

 

Die vier Abschnitte der praktischen Ergotherapieausbildung dauern jeweils zehn oder elf Wochen und werden in den folgenden Bereichen absolviert:

  • pädiatrischer Bereich
  • psychosozialer Bereich incl. Geriatrie und Gerontologie
  • motorisch funktioneller, neurophysiologischer und neuropsychologischer Bereich
  • arbeitstherapeutischer Bereich

 

Praktikumsplätze

Die Praktikumsplätze werden von der Ergotherapieschule ETOS gestellt. Die Verteilung liegt dann in der Hand der StudentInnen, d. h. es wird ein von StudentInnen bestimmtes und geleitetes Verteilungsverfahren unter Berücksichtigung der zu absolvierenden Bereiche durchgeführt.
Die praktische Ausbildung findet in Einrichtungen statt, die in der Regel seit vielen Jahren mit der ETOS zusammenarbeiten. Ein Großteil der Plätze befindet sich in Osnabrück, so ist meist eine Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben. Die Fahrtkosten werden von der Schule für Ergotherapie getragen.

In der praktischen Ausbildung für Ergotherapie nehmen die Möglichkeiten und Ansprüche, eigenständig in unserem angestrebten Beruf zu handeln, allmählich zu. Wir werden somit langsam von der Rolle der BeobachterIn in die Rolle des/ der Behandelnden geführt. 

 

Begleitung durch erfahrene ErgotherapeutInnen

Wie schnell man sich in welcher Rolle befindet, ist sicher auch von der jeweiligen Praktikumsstelle und des/ der StudentIn abhängig. Jedenfalls geschieht all das unter Anleitung einer erfahrenen Ergotherapeutin bzw. eines erfahrenen Ergotherapeuten von der oder dem in der Praktikumsstelle zuständigen ErgotherapeutIn und durch wöchentliche Besuche einer Lehrkraft des Fachgebietes aus der Ergotherapieschule.

 

Persönliche Anliegen und Fragestellungen

Zusätzlich findet  wöchentlich eine Aufarbeitung mit den MitstudentInnen (max. 6), die gerade im selben Fachbereich ein Praktikum machen, statt.
Inhaltlich werden hier persönliche Anliegen und Fragestellungen einzelner StudentInnen geschildert und beantwortet. Fortlaufend werden von der Lehrkraft aktuelle Informationen zur (evidenzbasierten) Behandlung vorgestellt; in Fallbesprechungen stellen die StudentInnen KlientInnen bzw. PatientInnen vor und diskutieren theoriegeleitet den bestmöglichen Behandlungsprozess. Einzelne Krankheitsbilder, -symptome und mögliche Konsequenzen für die KlientInnen bzw. PatientInnen sowie spezielle Behandlungstechniken werden vertiefend bearbeitet.

 

Benotung

Die Benotung der praktischen Ergotherapieausbildung erfolgt auf der Basis der Sichtstunden, der schriftlichen Arbeitsdokumentation und des Arbeitsverhaltens bzw. der Arbeitsorganisation der StudentIn in der Abteilung.

Dabei wird für die Gesamtbenotung der praktischen Ausbildung auch die Entwicklung im Laufe des 3. Ausbildungsjahres berücksichtigt.

 

Supervision

Weiter wird im dritten Ausbildungsjahr in regelmäßigen Abständen eine Supervision angeboten; diese kann freiwillig vom ganzen Kurs genutzt werden, um Themen, Fragestellungen oder Probleme, die sich während der praktischen Ausbildung bezüglich z. B. der beruflichen Rollenfindung ergeben, zu bearbeiten. Neben der Supervision mit dem ganzen Kurs besteht bei Bedarf auch die Möglichkeit der Einzelsupervision.

 

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten während des Praktikums sind abhängig von der jeweiligen  Institution Praktikumsstelle (Praxis oder Klinik), entsprechen jedoch einer Vollzeitstelle.

 

 

Praktische Ergotherapieausbildung

 

 

Soooooo,...... wie Du sicher schon erahnen kannst, ist die praktische Ergotherapieausbildung mit einiger Anstrengung verbunden, denn es müssen nach der praktischen Arbeit noch Berichte geschrieben, Krankheitsbilder nachgeschlagen und z.B. Projekte vorbereitet werden. Die Anstrengung kann aber in dieser Zeit nicht nur das berühmt berüchtigte Berichte schreiben sein, denn nicht zu vergessen ist der Aspekt, dass man sich jetzt in der Rolle des ErgotherapeutIn befindet und das kann, wenn auch noch im geschützten Rahmen, sehr viel Auseinandersetzung mit der eigenen Person bedeuten.

Nachfolgend einige ausgewählte Meinungen ehemaliger StudentInnen:

 

Ich würde meine Ausbildung jederzeit wieder an der ETOS machen.

 

Mir ist die Betreuung sehr wichtig. Oft muss der Anleiter in der Praxisstelle auch in die Therapie – bekommt also nicht immer ausreichend viel von meinem therapeutischen Verhalten mit, um mir Feedback zu geben. Wenn eine Lehrkraft kommt, kann sie mich in verschiedenen Therapiesituationen beobachten und mir Rückmeldung geben, auch über theoretische, aus dem Unterricht bekannte Grundlagen, die Verbindung zum Praktikum ziehen. Noch mal Denkanstöße geben – Kritik ausüben – Loben! Wenn ich im Praktikum keine Betreuung durch unsere Schule hätte, in welcher ich ja die theoretischen Grundlagen gelernt habe – hätte ich keine Leitung, bekäme ich kein Feedback. So könnten sich Fehler einschleichen.

 

Lieber Christoph,

nachdem Du mir so kurzfristig im Februar die Unterlagen zur Ausbildung geschickt hattest, will ich Dir auf diesem Wege auch berichten, wie es ausgegangen ist.

Ich habe Ende letzter Woche die Entscheidung aus Den Haag endlich bekommen: In Kombination mit meiner Berufserfahrung und Weiterbildung habe ich die Anerkennung bekommen. Ich bin wieder rechtmäßig ERGOTHERAPEUT. Sehr schön. Zwar arbeite ich ohnehin schon seit März wieder als Ergo für zwei sehr spannende Abteilungen aber offiziell durfte ich mich eigentlich nicht so nennen. Jetzt soch.

In jedem Fall herzliche Grüsse aus dem Nachbarland.

Ich muss sagen, dass ich was die Psychiatrie betrifft, sehr beeindruckt bin von den Möglichkeiten, die ich hier habe für die Rehabilitation des Klienten im Vergleich zu Deutschland.

Herzliche Grüße an Ulrike und das Kollegium, das ich noch kenne

Gesa

PS. Euer Ruf ist übrigens auch schon nach Den Haag vorgedrungen!! ;-)) Zum Glück! Ich wurde zwischendurch angerufen, von einem Mitglied der „Commisie Buitenland“ (Ausland) und die Dame nicht nur Imke Winkelmann sondern auch Eure Schule gut kannte und den guten Ruf ebenso. Daraufhin war sie gleich noch positiver betüglich meine Anfrage und hat … schließlich dem Ministerium geraten, meine Qualifikation direkt anzuerkennen.

Vielen Dank für die tolle Betreuung!

 

Das Studium war wirklich sehr interessant und hat den Ergo-Horizont noch um einiges erweitert. Ich bin auch der Meinung, dass die ETOS-Inhalte eine gute Voraussetzung sind, um in Heerlen einen guten Einstieg zu haben. Eine unserer Dozentinnen hat im Unterricht sogar des öfteren zu Studenten gesagt: „Hier sind doch viele Osnabrücker im Kurs, fragt doch die, die wissen das.“ Nur mal so als kleines Lob zurück an Euch!

 

Mir war die Praxisbetreuung sehr wichtig, gerade wenn es Probleme mit Anleitern gibt oder diese z. B. wenig Zeit für die Praktikanten haben.

Weitere Gründe für Praxisbetreuung:

  • Um fachliche Dinge zu vertiefen/ zu erarbeiten

  • Man erhält regelmäßig Feedback für seine Arbeit.

 

Lieber Christoph, liebe Kollegen, ich freue mich immer sehr von Euch zu hören und so gut über Eure Weiterentwicklungen und Ideen informiert zu werden. Ich bin immer noch sehr stolz an der ETOS meine Ausbildung absolviert zu haben und kann es nur unterzeichnen, dass die Schule zu den besten gehört. Ich habe mich sehr gut für die Praxis vorbereitet gefühlt und habe mich von Eurem Engagement und Eure Begeisterungsfähigkeit für den Beruf langfristig anstecken lassen. Ich kann nur sagen, dass meine Arbeitgeber immer sehr überrascht waren, was das Berufsfeld so zu bieten hat.

Ich war übrigens gerade erst als Anleiterin für die Wannsee-Schule tätig und auch die schwärmten von dem letzten Austauschprojekt mit Euch. So schließen sie die Kreise. Ich hoffe, ich werde an dem großen Jubiläumsfest dabei sein können und wünsche Euch bis dahin alles Liebe und weiterhin so viel Freude an den vielen neuen Herausforderungen.

Herzliche Grüße aus Berlin.

 

Ich finde, wie so oft, den Mittelweg am besten! Das heißt (so wie es Isolde Albers handhabt) ca. 4-5 mal pro Praktikum kommt die Lehrkraft in der Praktikumsstelle vorbei. Die Anforderungen der Sichtstunden werden dann fortschreitend gesteigert!

 

 

 

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